Bürostuhl-Begriffe einfach erklärt
Synchromechanik, Lordosenstütze, BIFMA, Sitztiefenschieber: Beim Bürostuhl kaufen begegnen einem viele Fachbegriffe. Dieses Lexikon erklärt alle wichtigen Begriffe kurz, präzise und ohne Umwege. Alphabetisch sortiert, direkt abrufbar.
Moderne ergonomische Drehsessel im Büroalltag
Anlehndruck
Der Anlehndruck beschreibt den Widerstand, den die Rückenlehne beim Zurücklehnen bietet. Er sollte stufenlos an das Körpergewicht der nutzenden Person angepasst werden können.
Ist der Druck zu gering, kippt man unkontrolliert nach hinten. Ist er zu hoch, ermüdet man schnell und lehnt sich gar nicht erst an. Hochwertige Stühle bieten eine stufenlose Anlehndruck-Regulierung, einfachere Modelle nur wenige Stufen.
Armlehnen (1D, 2D, 3D, 4D)
Armlehnen sind seitliche Auflagen für die Unterarme. Sie entlasten Schultern, Nacken und Unterarme. Die Zahl gibt an, in wie vielen Richtungen sie verstellbar sind: 1D nur Höhe, 2D Höhe und Breite, 3D zusätzlich Tiefe, 4D auch schwenkbar.
Armlehnen sollten immer auf Ellbogenhöhe eingestellt sein, sodass die Schultern entspannt herabhängen und nicht hochgezogen werden.
Arretierung
Arretierung bezeichnet das Einrasten oder Feststellen einer Einstellung. Die Rückenlehne kann in bestimmten Positionen arretiert werden, damit sie nicht mehr frei wippt.
Nützlich bei Tätigkeiten, bei denen man eine feste, aufrechte Position braucht. Viele Stühle bieten mehrere Arretierpunkte zwischen 90 und 120 Grad.
Verstellbare Armlehnen entlasten Schultern und Nacken bei langer Bildschirmarbeit
Bandscheibenschutz
Bandscheibenschutz bezeichnet alle Maßnahmen eines Bürostuhls, die die Bandscheiben der Wirbelsäule entlasten: Lordosenstütze, Synchromechanik und eine weich abgefederte Sitzhöhenverstellung.
Langes statisches Sitzen ohne Bewegung belastet die Bandscheiben stärker als jede andere alltägliche Tätigkeit. Dynamisches Sitzen und regelmäßige Positionswechsel sind die beste Prävention.
Belastbarkeit
Die Belastbarkeit gibt an, für welches maximales Körpergewicht der Stuhl konstruiert und geprüft wurde. Der Mindeststandard nach EN 1335 liegt bei 110 kg.
Modelle für schwerere Nutzer werden als XXL- oder Schwerlast-Stühle bezeichnet und sind explizit für 130 bis 200 kg ausgelegt. Die Belastbarkeitsangabe sollte immer vor dem Kauf geprüft werden.
Bezug
Der Bezug ist das äußere Material von Sitzfläche und Rückenlehne. Die häufigsten Typen sind Stoff, Mesh (Netzgewebe), Kunstleder und Echtleder.
Laut österreichischer Arbeitsstättenverordnung müssen Bezüge von Bürostühlen luftdurchlässig sein. Vollflächige Kunstleder- oder Lederbezüge ohne Perforation sind daher am Büroarbeitsplatz nicht zulässig.
BIFMA
BIFMA steht für Business and Institutional Furniture Manufacturers Association. Es ist ein nordamerikanischer Industriestandard, der Bürostühle auf Stabilität, Langlebigkeit und Sicherheit unter intensiver Nutzung prüft. In Europa als Qualitätsmerkmal anerkannt.
Hochwertige Mechanik und Verstellmöglichkeiten eines ergonomischen Drehsessels
DIN EN 1335
DIN EN 1335 ist die europäische Norm für Büroarbeitsstühle. Sie legt Mindestanforderungen an Maße, Verstellbereiche, Standsicherheit, Belastbarkeit und Materialien fest.
Ein Stuhl, der diese Norm erfüllt, ist für den professionellen Büroeinsatz geeignet. Die Norm unterscheidet drei Größenkategorien für verschiedene Körpergrößen und schreibt eine Mindestbelastbarkeit von 110 kg vor.
Dynamisches Sitzen
Dynamisches Sitzen bezeichnet das regelmäßige Verändern der Sitzposition während der Arbeit, anstatt starr in einer Haltung zu verharren. Es fördert die Durchblutung und entlastet die Wirbelsäule.
Ein guter Bürostuhl fördert dynamisches Sitzen durch eine bewegliche Synchromechanik. Dauerhaftes statisches Sitzen ist eine der häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen im Büro.
Drehpunkt der Rückenlehne
Der Drehpunkt der Rückenlehne bestimmt, um welche Achse sie sich beim Zurücklehnen dreht. Bei hochwertigen Stühlen liegt er im Bereich der Hüfte, was eine natürliche Bewegung ermöglicht und die Lendenwirbelsäule in Kontakt mit der Lehne hält.
Freischwingemechanik
Bei der Freischwingemechanik kann sich die Rückenlehne frei nach hinten bewegen, ohne dass die Sitzfläche mitbewegt wird.
Sie ist bei Konferenz- und Besucherstühlen verbreitet. Für intensive tägliche Büroarbeit ist eine Synchromechanik überlegen, weil sie dynamisches Sitzen besser fördert.
Fußkreuz (Sterngestell)
Das Fußkreuz ist die sternförmige Basis des Bürostuhls, an der die Rollen befestigt sind. Es muss laut EN 1335 mindestens fünf Arme haben, damit der Stuhl kippsicher ist.
Hochwertiges Fußkreuz besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff oder Aluminium. Vier-armige Fußkreuze gelten als instabil und erfüllen die Norm nicht. Im Handel auch als Sterngestell bezeichnet.
Fußstütze
Eine Fußstütze wird eingesetzt, wenn die Füße bei optimal eingestelltem Stuhl nicht flach auf dem Boden aufliegen, etwa bei kleinen Personen oder sehr hohen Tischen.
Sie ist aus ergonomischer Sicht nur eine Übergangslösung. Besser ist es, Stuhl- und Tischhöhe so einzustellen, dass keine Fußstütze nötig ist.
Gasfeder
Die Gasfeder ist das zylinderförmige Bauteil zwischen Fußkreuz und Sitzfläche. Sie ermöglicht die stufenlose Höhenverstellung des Stuhls und federt das Hinsetzen ab.
Beim Betätigen des Hebels kann man stehend oder sitzend die Höhe einstellen. Eine defekte Gasfeder lässt sich meist günstig austauschen, ohne den ganzen Stuhl ersetzen zu müssen.
Greenguard Gold
Greenguard Gold ist eine Zertifizierung für sehr niedrige chemische Emissionen von Möbeln. Ein Bürostuhl mit Greenguard Gold gibt nachweislich wenig flüchtige organische Verbindungen an die Raumluft ab.
Relevant für Innenraumluftqualität, besonders in schlecht belüfteten Büros und Homeoffices.
GS-Zeichen
Das GS-Zeichen steht für Geprüfte Sicherheit und ist ein deutsches Prüfzeichen. Es belegt, dass der Bürostuhl die Norm DIN EN 1335 erfüllt und von einer unabhängigen Prüfstelle zertifiziert wurde.
Es ist einer der wichtigsten Qualitätsnachweise für Bürostühle im deutschsprachigen Raum und belegt Standfestigkeit, Kippsicherheit und Materialsicherheit.
Hochwertige Mesh-Rückenlehne: atmungsaktiv und formgebend
Hohlkreuz / Rundrücken
Hohlkreuz und Rundrücken sind die zwei häufigsten Fehlhaltungen beim Sitzen. Beim Hohlkreuz ist die Lendenwirbelsäule übermäßig nach vorne gewölbt, beim Rundrücken sackt der gesamte Oberkörper zusammen.
Beide entstehen durch Muskelschwäche oder falsch eingestellte Möbel. Eine gut eingestellte Lordosenstütze und eine aktive Sitzhaltung beugen beiden Fehlhaltungen vor.
Homeoffice-Stuhl
Ein Homeoffice-Stuhl ist ein Bürostuhl für die Nutzung im häuslichen Arbeitsbereich. Rechtlich gelten dieselben ergonomischen Anforderungen wie am betrieblichen Arbeitsplatz, sofern der Arbeitgeber den Heimarbeitsplatz eingerichtet hat.
Im Homeoffice wird oft auf günstigere Modelle zurückgegriffen. Für regelmäßige tägliche Nutzung über mehrere Stunden gelten dieselben Empfehlungen wie im Büro: Synchromechanik, Lordosenstütze und verstellbare Armlehnen.
ISO 9241
ISO 9241 ist eine internationale Normenreihe zur Ergonomie der Mensch-System-Interaktion. Sie umfasst unter anderem Anforderungen an Büroarbeitsplätze, Bildschirme, Eingabegeräte und Sitzmöbel.
Für Bürostühle relevant ist vor allem Teil 5 der Norm, der körperbezogene Anforderungen an Arbeitsplatzsysteme beschreibt, also wie Stuhl, Tisch und Bildschirm aufeinander abgestimmt sein sollten.
Kaltschaum
Kaltschaum ist ein Polstermaterial, das ohne Wärme hergestellt wird. Er ist formstabil, federt gut und kehrt nach Belastung schnell in die Ausgangsform zurück.
Hochwertiger Kaltschaum hat eine hohe Raumgewichtsdichte, gibt unter Gewicht wenig nach und hält seine Form auch bei jahrelanger täglicher Nutzung. Einfacher Schnittschaum ist deutlich weniger langlebig.
Kippsicherheit
Kippsicherheit beschreibt, ob ein Stuhl auch dann stabil bleibt, wenn man sich weit nach hinten lehnt oder sich an der Rückenlehne abstützt. Sie ist Teil der EN 1335 Prüfung.
Fünfarmige Fußkreuze und eine breite Basis erhöhen die Kippsicherheit deutlich. Vier-armige Fußkreuze erfüllen die Norm nicht.
Kyphose
Kyphose bezeichnet die natürliche Rückwärtskrümmung der Wirbelsäule im Brustbereich. Sie ist das Gegenstück zur Lordose und Teil der gesunden S-Form der Wirbelsäule.
Eine übermäßige Kyphose, also ein stark ausgeprägter Rundrücken, entsteht häufig durch dauerhaft schlechte Sitzhaltung. Eine gut eingestellte Rückenlehne unterstützt die natürliche Kyphose ohne sie zu verstärken.
Kopfstütze
Die Kopfstütze stützt Kopf und Nacken bei zurückgelehnter Haltung. Sie ist vor allem bei Chefsessel-Modellen verbreitet.
Wichtig ist, dass die Kopfstütze in Höhe und Neigung verstellbar ist. Eine falsch positionierte Kopfstütze drückt den Kopf in eine unnatürliche Position und kann Nackenschmerzen verursachen statt sie zu lindern.
Rückenlehne, Lordosenstütze und Kopfstütze arbeiten zusammen für eine gesunde Sitzhaltung
Lordose
Lordose bezeichnet die natürliche Vorwärtskrümmung der Wirbelsäule im Lenden- und Halsbereich. Die gesunde Wirbelsäule hat eine S-Form mit zwei Lordosen und einer Kyphose (Rückwärtskrümmung im Brustbereich).
Langes Sitzen ohne Unterstützung führt dazu, dass diese natürliche Kurve verloren geht. Der Rücken sackt zusammen, die Bandscheiben werden ungleichmäßig belastet.
Lordosenstütze
Die Lordosenstütze ist eine Wölbung im unteren Bereich der Rückenlehne, die die natürliche S-Kurve der Wirbelsäule im Lendenbereich unterstützt. Sie sollte höhenverstellbar sein und idealerweise auch in der Tiefe einstellbar.
Richtige Position: Die Lordosenstütze sollte auf Höhe der Gürtellinie sitzen, dort wo die Wirbelsäule die stärkste natürliche Vorwärtskrümmung hat. Sie soll sanft stützen, nicht drücken.
Martindale
Martindale ist eine Einheit zur Messung der Scheuerbeständigkeit von Bezugsstoffen. Je höher der Wert, desto widerstandsfähiger ist der Stoff gegen Abrieb.
Richtwerte: Ab 25.000 Martindale für gelegentliche Nutzung, ab 50.000 für intensiven täglichen Einsatz. Viele Qualitätsstühle erreichen 100.000 Martindale und mehr.
Mesh (Netzgewebe)
Mesh ist ein gitterartiges Netzgewebe für Rückenlehnen und Sitzflächen von Bürostühlen. Es ist sehr atmungsaktiv, verhindert Wärmestau und passt sich der Rückenform an.
Der Unterschied zu minderwertigem Mesh liegt in der Spannung und Haltbarkeit. Gutes Mesh behält seine Form über Jahre, schlechtes Mesh hängt durch und verliert die Stützwirkung.
Hochwertiger Polsterbezug: Komfort und Langlebigkeit hängen von Material und Schaum ab
Neigewinkel
Der Neigewinkel gibt an, wie weit sich die Rückenlehne nach hinten neigen lässt. Für Bildschirmarbeit gilt ein Winkel von 95 bis 110 Grad als optimal.
Zu steil aufrecht sitzen (90 Grad) erhöht den Druck auf die Bandscheiben. Zu weit zurücklehnen macht konzentriertes Arbeiten schwieriger und verlagert den Schwerpunkt ungünstig.
Netzrücken vs. Polsterrücken
Netzrücken sind aus Mesh gefertigt und sehr atmungsaktiv. Polsterrücken sind gepolstert und vermitteln ein weicheres, wohnlicheres Sitzgefühl.
Beide Varianten können ergonomisch hochwertig sein. Netzrücken sind besser bei warmen Räumen und langen Sitzzeiten, Polsterrücken bevorzugen Personen, die ein weicheres Rückengefühl mögen. Mehr dazu im Vergleichsartikel Netz vs. Polster.
Permanentkontaktlehne
Eine Permanentkontaktlehne bleibt in jeder Position in Kontakt mit dem Rücken. Sie bewegt sich mit dem Körper mit, ohne manuelle Einstellung.
Besonders praktisch für Personen, die häufig die Sitzposition wechseln. Hochwertige Permanentkontaktlehnen unterstützen den Rücken in allen Haltungen kontinuierlich.
Polsterung
Die Polsterung ist das Füllmaterial unter dem Bezug von Sitzfläche und Rückenlehne. Sie bestimmt den Sitzkomfort und die Langlebigkeit.
Zu weiche Polsterung verliert mit der Zeit ihre Form und bietet dann keine ergonomische Unterstützung mehr. Hochwertiger Kaltschaum oder Formschaum ist langlebiger als einfacher Schnittschaum.
Probesitzen
Probesitzen bezeichnet das Testen eines Bürostuhls vor dem Kauf über einen längeren Zeitraum. Es ist die zuverlässigste Methode um zu beurteilen, ob ein Stuhl zu den eigenen Körpermaßen und Sitzgewohnheiten passt.
Seriöser Onlinehandel bietet ein 14-tägiges Rückgaberecht. Bei Reoffice kann man Stühle vor Ort testen.
Probesitzen ist die zuverlässigste Methode um den richtigen Stuhl zu finden
Rollen
Rollen sind die Laufräder am Fußkreuz. Weiche Rollen sind für Hartböden (Parkett, Laminat), harte Rollen für Teppichböden geeignet.
Viele Rollen haben eine Autostoppfunktion: Sie blockieren, wenn kein Gewicht auf dem Stuhl lastet, und laufen frei, sobald man sich setzt. Das verhindert, dass der Stuhl ungewollt wegrollt.
Rückenlehnenhöhe
Die Rückenlehnenhöhe gibt an, wie hoch die Lehne über der Sitzfläche endet. Sie sollte mindestens bis zu den Schulterblättern reichen.
Man unterscheidet: Niedrige Lehne bis Schulterblätter, Hochlehner bis zu den Schultern, und Chefsessel-Lehne mit integrierter Kopfstütze.
Rückenlehne
Die Rückenlehne unterstützt den Rücken beim Sitzen. Sie sollte mindestens bis zu den Schulterblättern reichen und in Höhe und Neigung verstellbar sein.
Bei hochwertigen Modellen ist die Rückenlehne auch in der Tiefe anpassbar. Die Form der Lehne sollte der natürlichen S-Kurve der Wirbelsäule folgen.
Korrekte Einstellung: Sitzhöhe, Sitztiefe und Armlehnen bestimmen den ergonomischen Nutzen
Schwerlaststuhl (XXL)
Schwerlast- oder XXL-Stühle sind für Nutzer mit höherem Körpergewicht konzipiert, in der Regel ab 130 kg. Sie haben verstärkte Gestelle, größere Sitzflächen und stärkere Gasfedern.
Für Personen über 110 kg sollte immer ein explizit für dieses Gewicht geprüfter Stuhl gewählt werden. Standard-Bürostühle sind nur bis 110 kg zertifiziert.
Sitzfläche
Die Sitzfläche ist der horizontale Teil des Stuhls. Sie sollte die Oberschenkel vollständig unterstützen, ohne die Kniekehlen einzudrücken. Die vordere Kante sollte abgerundet sein.
Sitzhöhe
Die Sitzhöhe ist der Abstand vom Boden zur Oberkante der Sitzfläche. Sie ist richtig eingestellt, wenn die Füße flach auf dem Boden stehen und die Oberschenkel waagerecht liegen.
Für Personen zwischen 160 und 185 cm ist ein Verstellbereich von 40 bis 53 cm ausreichend. Sehr kleine Personen benötigen ab 38 cm, sehr große ab 57 cm.
Sitzneigung
Die Sitzneigung gibt an, ob und wie weit die Sitzfläche nach vorne oder hinten gekippt werden kann. Eine leichte Vorneigung fördert aufrechtes Sitzen und verringert den Druck auf die Lendenwirbelsäule.
Sitztiefe
Die Sitztiefe ist die Länge der Sitzfläche von der vorderen Kante bis zur Rückenlehne. Zwischen Kniekehle und Sitzkante sollten zwei bis drei Fingerbreiten Abstand bleiben.
Ist die Sitzfläche zu tief, drückt sie in die Kniekehlen und stört die Durchblutung. Ist sie zu kurz, fehlt die Oberschenkelunterstützung und man sackt nach vorne.
Sitztiefenschieber
Ein Sitztiefenschieber ermöglicht es, die Sitzfläche nach vorne und hinten zu verschieben, ohne die Rückenlehne zu verändern. So kann die Sitztiefe an die Länge der Oberschenkel angepasst werden.
Besonders wichtig für sehr große oder sehr kleine Personen. Bei Stühlen ohne Sitztiefenschieber ist die Sitztiefe fix und kann nicht angepasst werden.
Synchronmechanik
Bei der Synchronmechanik bewegen sich Sitzfläche und Rückenlehne gemeinsam in einem festgelegten Verhältnis, meist 2:1. Wenn man sich zurücklehnt, kippt die Rückenlehne doppelt so weit wie die Sitzfläche.
Sie hält die Rückenmuskulatur aktiv und fördert dynamisches Sitzen. Für tägliche Büroarbeit ab vier Stunden ist sie der Wippmechanik klar vorzuziehen.
Sitzöffnungswinkel
Der Sitzöffnungswinkel ist der Winkel zwischen Oberschenkel und Rumpf beim Sitzen. Ein Winkel von etwa 100 bis 110 Grad gilt als ergonomisch optimal, da er den Druck auf die Lendenwirbelsäule verringert.
Ein zu spitzer Winkel (Oberschenkel parallel zum Boden oder steiler) erhöht den Druck auf die Bandscheiben. Die Synchromechanik vergrößert den Sitzöffnungswinkel beim Zurücklehnen automatisch.
Schulter-Nacken-Entlastung
Schulter-Nacken-Entlastung bezeichnet alle Maßnahmen am Bürostuhl, die den Schulter- und Nackenbereich entlasten: korrekt eingestellte Armlehnen, passende Sitzhöhe und eine gut positionierte Rückenlehne.
Der Schulter-Nacken-Bereich ist neben dem unteren Rücken der häufigste Ort für Verspannungen bei Büroarbeit. Armlehnen auf Ellbogenhöhe sind das einfachste und wirksamste Mittel zur Entlastung.
Sitzschale
Die Sitzschale ist der tragende Unterbau der Sitzfläche, auf dem Polsterung und Bezug aufgebracht sind. Sie bestimmt die Grundform und Stabilität des Sitzbereichs.
Eine gut geformte Sitzschale mit leicht erhöhten Seitenrändern gibt dem Becken Halt und verhindert seitliches Wegrutschen. Billiger Sitzschalen aus dünnem Kunststoff geben mit der Zeit nach.
24h-Stuhl
Ein 24h-Stuhl ist für den Dauereinsatz rund um die Uhr ausgelegt, also für Schichtbetrieb wie Leitstellen oder Callcenter. Die Prüfanforderungen gehen weit über den Standard für normale Bürostühle hinaus.
Auto-Synchromechanik
Die Auto-Synchromechanik passt den Anlehndruck automatisch an das Körpergewicht der nutzenden Person an, ohne manuelle Einstellung. Sie ist besonders nützlich bei Stühlen, die von mehreren Personen wechselnd genutzt werden.
Der Yellow Dot Air vereint Synchromechanik, Netzrücken und 3D-Armlehnen zu einem fairen Preis
Chefsessel: hohe Rückenlehne, Kopfstütze und breite Sitzfläche sind typische Merkmale
Wippmechanik
Bei der Wippmechanik neigt sich nur die Rückenlehne nach hinten, während die Sitzfläche starr bleibt. Sie ist die einfachere und günstigere Variante gegenüber der Synchronmechanik.
Für gelegentliche Nutzung und Besprechungsstühle ausreichend. Für intensive tägliche Büroarbeit weniger geeignet, weil sie kein dynamisches Sitzen fördert.
Wirbelsäule (S-Form)
Die gesunde Wirbelsäule hat in der Seitenansicht eine S-Form mit drei natürlichen Krümmungen: Halswirbelsäule (vorwärts), Brustwirbelsäule (rückwärts) und Lendenwirbelsäule (vorwärts). Ein guter Bürostuhl unterstützt diese S-Form im Sitzen.
Langes Sitzen ohne Unterstützung verflacht diese natürliche Kurve. Die Folge sind ungleichmäßige Druckbelastungen auf die Bandscheiben, die zu Schmerzen und langfristigen Schäden führen können.
Netzrücken oder Polster: beide Varianten können ergonomisch hochwertig sein